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Eine Woche in Schweden

FREITAG 18.07. 0 Uhr starteten wir zu Hause. Reiner übernahm die Fahrt und ich schlief. Zuvor bepackte ich das Auto, ein Wunder, dass alles in den Nissan reinpasst. Und zum Glück brachten wir ihn nochmal zur Durchsicht in die Werkstatt und die Querlenkung musste repariert werden, der TÜV war fällig. Ich erntete Mangold und Basilikum und mixte mit dem TM Aufstrich. Ich erntete die ersten Tomaten. Auch Brombeeren fallen schon reif beim Abstreifen in die Hände und Augustäpfel liegen im Rasen. Die beiden letzteren kochte ich zu Marmelade. So kommt der Garten mit nach Schweden. Jetzt, 05:45 Uhr, stehen wir schon am richtigen Gate, sind schon digital eingecheckt und die Sonne geht auf.

Die Möwen kreischen, die Motoren dröhnen…

10:49 Uhr auf der Fähre schippern wir. Ich bin endlich ausgeschlafen und es gibt keinen Weg zum Auto, abgeschlossen.Also müssen aus dem Shop teure Schokolade und Cola herhalten. Ich hatte glatt vergessen, dass man nicht in die Garage kann. Frohe Nachricht kam grade von den Kindern, dass sie zwar nicht Samstag aber Sonntag in Stockholm ankommen..

Samstagmorgen, 19.07. In der Nähe von Jönköpping

Wir verließen die Fähre gestern ca. 15 Uhr und starteten unsere Fahrt in nördlich- östliche Richtung, Richtung Stockholm. Gern wäre ich erstmal nord-westlich, an die Schärenküste in Bohuslän, gefahren, aber für eine Nacht Zwischenstation ergibt so ein großer Umweg keinen Sinn. Ca .18 Uhr und noch 250 km bis zu unserem Ferienhäuschen, bogen wir auf Hinweis des zweitbesten Camping- und Badezeichens auf der Autobahn, ab. Der Zeltplatz hat den Vorteil, Wasser, Toiletten und Strom zu bieten und den Nachteil, dass man es mit hier bestimmt 200 anderen teilen muss. So einen „Massenzeltplatz“ habe ich von Schweden gar nicht in Erinnerung. Vor allem stehen Wohnwagen auf der Anhöhe, die zum schönen See abwärts geht. Sogar Reiner wagte sich gestern in See. Wir aßen unser Mitgebrachtes und gingen noch im Hellen schlafen. Ich las in einem Buch meiner Mutter, die Autobiografie vom letzten Kaiser Chinas, und habe wieder was zum Aussortieren.

Schwelgen in Gränna Samstagvormittag

Aha, die amerikanischen Zuckerkrückstöcke in rot-weiß kommen aus dem schwedischen Gränna am zweitgrößten See Schwedens und elftgrößten See Europas, dem Vättern. Hier kauft mir Reiner ein Gränna- Tablett und Küchenhandtücher mit Dalarna- Pferdchen.Wir kehren in die Konditorei zu frischem Zuckerzeug und endlos Kaffee ein. Oh, ah alles frisch und lecker! Da kaufen wir gleich drei Brote dazu!

…aber bitte mit Sahne!

Dann schwimme ich im klaren und frischen Riesensee Vättern in einem schön angelegten Freibad, neben an zu sehen die Insel im See:

…und danach fahren wir mit der Fähre rüber auf die Insel Visingsö, einfach so, zum Fährgnügen.

Der Spaziergang auf der Insel entpuppt sich als tolles Erlebnis. Zunächst laufen wir zu der malerisch am Hang gelegenen Ruine:

Das Schloss erbaute der Graf Brahe im 16.und 17.Jahrhundert. Im 18.Jahrhundert sperrte man russische Kriegsgefangene hier ein.Danach brannte es ab und nun sind nur noch die Reste zu bewundern. Wir spazieren weiter und durch ein Tor betreten wir einen zauberhaften Garten, in dem wir lange schwelgen, im Farben- und Duftrausch, mit Erkundungsfreude, so manche Stauden kannten wir noch nicht! Immer wieder tun sich in dem Garten neue Blickwinkel und liebevoll gestaltete Eckchen auf.Die große Klette, den Großen Odermenning, den Echten Eibisch, den Dornigen Hauhechel, die Süßdolde, sie alle kannte ich noch nicht.Aber den Tabak erkannte ich gleich. Dass er nun Virginischer heißt, naja. Der Garten heißt Wisingbords Trädgard.

Wir wandern weiter, an einem Traumhaus mit Traumgarten vorbei, da fehlt nur der Seezugang:

…im Hintergrund eine alte Holzkapelle gegenüber einer unscheinbar wirkenden Kirche:

Wer hätte gedacht, dass sich solche Schätze in der schlichten Kirche verbergen? Nach deren Besuch schlendern wir zurück zur Fähre und setzen wieder auf das Festland über. Der Parkplatz hat sich gefüllt und wir sind froh, von dannen zu kommen und reisen weitere drei Stunden nördlich. An so manchen Seen, versteckt in Wäldern, hätte ich gern angehalten.

In Flen kriege ich erstmal einen Riesenschreck. Das Navi bugsiert uns ins Zentrum. Da wird doch das Ferienhaus nicht mitten in der Stadt sein? Ach, Reiner hatte ins Navi die Stadt und nicht das Ferienhaus eingegeben. Und so geht es wieder raus aus der etwas drögen Stadt.

Wir kommen an unserem Ferienhaus an. Zunächst begrüßen uns verlassene Bauernhäuser und Stallungen.

Und ein Weg führt zum Herrenhaus, wo die Gräfin oder was sie auch immer sein mag, uns zu unserem Ferienhaus führt. Darin herrscht eine Riesendemse und der Kühlschrank ist defekt. Da weiß die Gräfin uns auch nicht zu helfen. Da ist sie voller Bedauern. Zum Glück führt ein Weg runter zum See.

Unten am See steht unser zweites Ferienhaus mit Sauna und Plumsklo. Es gibt sogar noch einen (völlig vereisten) Kühlschrank. Im Haus duftet es nach Holz und die Lage und Aussicht sind traumhaft. Die Ruhe auch. Meine geliebten Mauersegler fliegen über uns hinweg und im Schilf rascheln die Bewohner. Das Wasser im See ist leider warm. Naja, wo ich grade im 100 m tiefen und klaren Vättern schwamm.

Sonntag in und um Stockholm

Wir fahren nach dem Frühstück los und lassen uns treiben, landen beim Seeausuchen (suchen muss man sie ja nicht, gibt soooo viele) in Marienfeld, wo Schloß Gripsholm schon von weitem grüßt. Das Schloß liegt malerisch am großen Mälaren, hat keine Beschädigungen und wirkt ein wenig wie aus dem Märchen. Wir besichtigen es innen und wandeln durch die vielen Gemächer mit noch viel mehr Porträts längst verstorbener Herrscher, aber auch Porträts von den lebenden Monarchen, Königin Sylvia und ihrem Mann, der im Hintergrund steht, weil er mit etlichen gebauten Mist durch die Presse geisterte..Jetzt werden mehr die Töchter, voran die zukünftige Monarchin und deren Tochter in GALA und Bunte abgelichtet.Das weiß ich aus meiner Saunaliteratur.

Danach fahren wir zu einem Badeplatz am Mälaren und ich schwimme, und weiter geht’s nochmal 1,5 h nach Stockholm. Es ist Mittag und ein paar Foodtrecks am Wasser laden zum Verweilen ein. Wir bestellen uns Chicken Masala und wieder gehe ich schwimmen, mitten in Stockholm:

Ich frage Google nach Stockholms besten Eis und wir fahren hin:

In der Hitze spazieren wir etwas durch die Gamla Stan und trinken Kaffee und Wasser. Dann ist es an der Zeit, die Kinder vom Flughafen abzuholen. Wieder 1 h Fahrt und mit den Kindern wieder 2, 5 Fahrt zum Ferienhaus.

Montag

Tage ohne Datum und ohne Wochentag, am See entspannen, lesen, Kajak fahren. Endlich wieder zurückkehren zum Rhythmus, Qi Gong, aber eben am Steg, danach morgendliches Schwimmen im See, frühstücken und Kaffeetrinken und Tagebuchschreiben…

Mit dem Kajak paddle ich von einem See in den anderen und genieße das Alleinsein. Abends legt Reiner 5, 7 Holzscheite in den Ofen und wir saunieren mit Blick auf die Kühe einerseits und Blick auf den See andererseits.

„Der See“ geht von einen in den anderen über und ich paddle durch die kleinen Verbindungen zwischen den Großen Seen und auf den Großen Seen mehr am Rande lang. Bei Wellengang muss ich kräftig Paddeln, um in die richtige Richtung zu kommen und auf Kurs zu bleiben.

Donnerstag schon: Reiner ist bereit, mit mir zu einem Ausflug aufzubrechen. Die Sehenswürdigkeiten laut Google sind nicht ganz nah und so fahren wir eine Stunde zum Freilichtmuseum Rademachermedjorna in der Stadt Eskilstuna.Vor allem präsentieren die Künstler in den alten Häusern die Schmiedekunst, es gibt auch allerlei andere Kunst zu bewundern und zu kaufen. Ich freue mich über einen kleinen Keramikengel, der in meine Galerie der hängenden Engel kommt. Zum zweiten Freiluchtmuseum in Örebro fahren wir wieder eine Stunde. In das Freilichtmuseum Wadeköping versetzten die Geld- und/oder Ideengeber ganze Häuser. Sie werden immernoch als Wohnhäuser genutzt und außerdem als Museum, Café oder Butik. Es gibt jede Menge historische Angehauchtes, gutes Eis, leckeren Kuchen zum Kaffee ( den sich jede/r ohne Einschränkung nehmen darf) und ich erstehe einen Holzengel zum Rumstehen in meiner großen Sammlung…

Den Ausflug krönt mein Bad im viertgrößte See Schwedens, dem Hjälmaren. Die Strömung in ihm ist so stark, dass ich kräftig schwimmen muss, um die paar Meter, die ich abgetrieben wurde, zurückzukommen. Auf dem Foto sieht man natürlich nur ein kleines Stückchen See….

Abends tauschen die Kinder und wir die Qartiere. Das heißt, die Kinder schlafen im Haus unten am See und wir oben „auf dem Land“, neben dem Herrenhaus, in einem der Gesindehäuser. Den See sehe ich auch von hier aus. Es ist ( jetzt, zum Urlauben) ein lautmalerischer Ort, in der Abendsonne schwelgend. Der Kuckuck ruft, die Wildgänse schreien, die Mauersegler kreisen, der Wind streicht durch die hohen Eichen und sonst ist es unendlich still. Oder schnattert da noch was und wer? Ja klar….

…und nochmal ein letzter vollständiger Tag im Ferienhaus am See: Qi Gong am Steg, schönes gemeinsames Frühstück, ich paddle von einem See in den anderen und schwimme weit hinaus (mit Boje) und halte Mittagsschlaf im Gesindehaus auf dem Berg und wir essen zum Kaffee Zimt- und Kardomonschnecken, manches mit Pudding, Gebäck, welches die Kinder aus Flen mitbrachten.

Das Herrenhaus auf dem Berg

Haus am See mit Sauna und links Plumpsklo

Bohuslän

Nach unserer Abreise treten wir den Rückweg über das westliche Schweden an, aber da müssen wir erstmal vom mehr östlichen hinkommen. Wir fahren viiiiiele Kilometer, um in Bohuslän anzukommen. Ein Zwischenbad und Picknick gibt’s an einem See, der in den größten See Schwedens, dem Vänern, mündet.

Am Vänern essen wir mäßiges Eis und trinken Kaffee, zum Schwimmen sieht es dort nicht einladend aus und außerdem dauert es noch bis zur Westküste.

Die lange Anreise krönt ein Ausblick auf einen Fjord und die Überfahrt zu unserem Zeltplatz mit der Fähre. Auf dem Zeltplatz besteht unser Abendbrot aus Dosenbier mit Chips und davor wage ich ein Bad in dem Fjord.Ein Kind fängt Krebse, Quallen und anderes Getier und seine Mutter berichtet von sooo großen Aalen.

Göteborg

In der berühmten historischen Straße gibt es die leckeren Zimt- Kardamon- Schnecken, fluffigen Blätterteig mit Vaniellepudding und Baisers. Die Spatzen auf dem Zaun warten auf ihre Kuchenkrumen.

Wir fahren zum Botanischen Garten. Erfreuen uns am Studium der Kräuter (auch welche, die ich noch nicht kenne) , der Dahlien (es gibt 50.000 Arten), der asiatischen Trockenpflanzen und am prachtvollen Staudenbeetgarten. Letzterer baut sich in der Farbenpracht von außen nach innen auf und entfaltet seine volle Farbenpracht in seiner Mitte.

Auch ein Gemüsegarten überzeugt mit Kohl wie wir ihn so prächtig noch nirgendwo bewundern konnten. Es ist uns ein Rätsel, wie die Gärtner hier das alles so hinkriegen. In dem dichtgedrängt wachsenden Lauch tummeln sich alle Insekten. Es ist sehr schön in dem Garten.

Dann allerdings führt uns Navi eine Stunde um Göteborg mit seinen 13 Außenbezirken rum und mir ist schon schlecht von den vielen Kreisverkehren. Ampeln gibt’s kaum, dafür unzählige Fußgängerüberwege und Buckel davor.So funktioniert der beruhigte Verkehr ohne Strom.

Abends erreichen wir den Campingplatz bei Trelleborg am Meer und genießen mit Strandblick ein schönes Abendbrot und ich danach ein Bad im Meer mit Ausblick auf den Fährhafen. Morgen geht’s nach Hause.

Der letzte Morgen, Mitternacht werden wir hoffentlich zu Hause sein.

Und weil ich in der kalten Ostsee nur kurz schwimme und Reiner auf der Seebrücke gut durchgewindet ist, fahren wir zur Trelleborgen. Das ist ein sehr schönes Wikingermuseum mit vielen Animationen und einem nachgebauten Wikingerwall. Zum Schluss geht’s nochmal in den Fußgängerbereich zu Zimtschnecken und Kaffee in der Kondotiri.

3 Gedanken zu „Eine Woche in Schweden“

  1. Loved seeing all the beautiful photos of your Sweden vacation. Looks like you had a wonderful time. Some of the nature photos on the lake look like they could have been taken here on Golden Lake, Ontario, Canada. Really beautiful!!

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